Hallo zusammen!

Nicht mehr so lange hin bis Weihnachten....Darum möchte ich passend zum Anlass auf den Zeitgut Verlag und die Buchreihe "Unvergessene Weihnachten" aufmerksam machen.

"Bereits seit 1997 sammelt der Berliner Zeitgut Verlag für seine Buchreihe ZEITGUT authentische Zeitzeugen-Erinnerungen. Bevorzugt werden episodenhafte, lebendige Erinnerungen aus dem Alltag mit zeitgeschichtlichem Bezug. Die Texte der Sammelbände stammen von Menschen aus allen Gegenden Deutschlands und repräsentieren damit die soziale Bandbreite der Gesellschaft. Fotos und Dokumente, meist aus dem Besitz der Zeitzeugen, ergänzen die Texte.

Junge Menschen haben mit den Texten der Reihe ZEITGUT die Möglichkeit, das Leben der Eltern- und Großeltern-Generation in großer Bandbreite kennen und verstehen zu lernen. Viele Lehrer setzen die Reihe Zeitgut ein, um ihren Schülern Geschichte lebendig zu vermitteln. Die Bände sind auch für die politische Bildungsarbeit gut geeignet. Buchhändler und Bibliothekare empfehlen ZEITGUT als Geschenk für Jugendliche ab 12 Jahren.

Bisher sind 7 Weihnachtsbände veröffentlicht worden. Jeder Band hat 192 Seiten Umfang. Die Bücher sind überall im Buchhandel erhältlich.
"

 

Ich freue mich, dass ich mit Genehmigung des Verlags einige der Geschichten aus den Büchern veröffentlichen darf, in denen die Autorinnen über ihre Weihnachtserinnerungen berichten und die Puppenstuben, die bei ihnen unter dem Christbaum standen. Vielen Dank dafür!!

Alle Texte sowie die Bilder unterliegen dem Copyright des Zeitgut Verlages www.zeitgut.com !

  

(Erhältlich HIER)

 

 

 

 [Berlin-Zehlendorf; 1940, 1942]

Astrid Gassen

Der Traum vom Puppenhaus

"Unvergessene Weihachten. Band 2"


 

Jedes Weihnachtsfest war irgendwie das schönste Weih-

nachtsfest. Damals jedoch – das waren Kindheit und Jugend.

Damals, das ist lange her. Damals hieß: Familie, Freunde,

Zuhause, Heimat und vieles mehr. Damals war der Duft von

Weihnachten, von Tannen und Kerzen, von Plätzchen, Scho-

kolade, Marzipan und Gänsebraten.

Ich schaue auf das Foto und sehe meine Großmutter, bei

der ich aufgewachsen bin. Meine Eltern ließen sich 1939

scheiden, und ich kam einen Tag nach meinem fünften Ge-

burtstag, am 8. April 1939, zu meiner Omi, der Mutter mei-

nes Vaters. 17 Jahre blieb ich bei ihr, eine herrliche Zeit.

Ich sehe meinen Papi. Dahinter steht mein Kindermäd-

chen Gretel, die Größere, genannt Deten, daneben das Haus-

mädchen Klara, die ich Pattra nannte, und die uns als erste

verließ, um in den Arbeitsdienst zu gehen. Wir hatten Krieg.

Und ich sehe mich, meine Puppenstube, das Puppenbett, die

Spielsachen, unser Zuhause in Berlin-Zehlendorf. Das zwei-

te Kriegsweihnachten 1940. Jenes Weihnachtsfest wird das

schönste Weihnachtsfest bleiben, weil es Erinnerung ist, weil

es meine Kindheit war.

Wir waren schon im dritten Kriegsjahr, als mein Papi mir

versprach, zum Weihnachtsfest 1942 ein Puppenhaus für

mich zu bauen. Nach der Trennung meiner Eltern lebte ich

bei meiner Großmutter in einem herrlichen alten Haus in

der Zehlendorfer Kleiststraße 15, mein Vater wohnte neben-

an in der Nummer 11 in seinem modernen Haus. Dort be-

fand sich ein für damalige Verhältnisse bombensicherer Luft-

schutzkeller, in den wir bei Angriffen auf Berlin gingen, zu-

sammen mit vielen Nachbarn. Mein Vater fing in diesen Bom-

bennächten mit dem Bau meines Puppenhauses an. Und nur

in diesen, leider immer häufiger werdenden Bombennäch-

ten baute er an meinem Puppenhaus. Er ging dann in seinen

Bastelraum, und mir war natürlich der Zugang verwehrt.
 
 

Weihnachten 1942 stand es dann vor dem großen Weih-

nachtsbaum im Haus meiner Großmutter. Meine Freude war

riesengroß. Damals war ich sieben Jahre alt.

Ich konnte nicht ahnen, daß ich nur wenig Freude an die-
sem Puppenhaus haben würde. Im August 1943 verließen

viele Frauen und Kinder Berlin, so auch meine Großmutter

und ich. Wir haben damals Berlin für immer verlassen. Mein
schönes Puppenhaus wird irgendwo geblieben sein. Als Er-
innerung durch beinahe 60 Jahre blieb ein kleines Foto, die-
ses Bild Weihnachten 1942 in Berlin.
 

Weihnachten 1940 war ich fünf Jahre alt. Neben mir kniet mein Vater,

dahinter sitzt meine Oma. Dahinter stehen mein Kindermädchen Gretel

und das Hausmädchen Klara

 

Weihnachten 1942 bekam ich dieses wunderschöne Puppenhaus ge-

schenkt. Mein Vater hatte es in den Bombennächten für mich gebaut.

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