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Großer Kinderherd

Meine Recherchen beim Stuttgarter Stadtarchiv nach dem Hersteller dieses großen Puppen- oder Kinderherdes der Firma Fr. Pfrommer haben folgendes ergeben:

 

"Die Herd- und Ofenfabrik Friedrich Pfrommer wurde laut
Gewerbesteuerregister im Jahr 1867 von dem Schlosser Friedrich Pfrommer in
Stuttgart gegründet. Nach dessen Tod führte seine Frau Sofie das Geschäft
bis zum 1. Januar 1901. Danach übernahm deren Sohn Friedrich die Firma und
übergab sie am 15.11.1906 seiner Frau Johanna Pfrommer. Diese erweiterte
die Herd- und Ofenfabrik um eine Spielwarenhandlung für Kinderküchen. Im
Dezember 1908 wird die Firma ohne Nachfolger geschlossen. "

 

Dieser große Kinderherd ist für mich in mehrerer Hinsicht etwas ganz besonderes: Zum einen ist er mit ziemlicher Sicheheit ein Einzelstück und somit natürlich einmalig.

Da der Herd ganz bei mir in der Nähe hergestellt wurde, ist er natürlich besonders interessant für mich.

Die gekonnte Handwerksarbeit erkennt man an vielen kleinen Details, hier z.B. dem Handlauf.

Auf der linken Seite verfügt der Herd über ein Warmhaltefach. Um der Flamme Luft zuzuführen (oder um sie zu beobachten?) kann die Scheibe an der Vorderseite gedreht werden (siehe auch 2. Bild)

Die Temperatur wird über drei Brennerstufen geregelt und mittels eines Thermometers an der Herdvorderseite angezeigt.

Darunter das Backofentürchen.

Wunderschön: Die Verriegelung des Türchens.

Der Brenner mit seinen drei Kammern. Durch umlegen eines Hebels werden die Flammen gelöscht. Schwer und sehr solide aus Messing gefertigt und auch optisch einfach wunderschön gemacht.

Anfänglichg habe ich mit dem Gedanken gespielt, ob es sich bei dem Stück wohl um einen Modellherd handeln könnte, inzwischen gehe ich jedoch davon aus, dass der Herd tatsächlich als Kinder- und Lernspielzeug gedacht war.

Alle Herdeinsatzringe sind noch vorhanden, je nach Topfgröße werden sie aus der Plattenöffnung herausgenommen.

Ganz besonders und ungewöhnlich ist das Wasserreservoir. Die meisten Kinderherde verfügen über ein Wasserschiff, das entweder auf der Herdplatte eingesetzt ist oder das vorne in den Herd eingeschoben wird.

Abgelassen wird das Wasser wie bei vielen Wasserschiffen über einen Ablasshahn.

Wasserspeicher, die wie hier nach dem Prinzip eines Badeofens funktionieren, habe ich bisher noch nie gesehen. Der Konstrukteur dieses Modells war ein ganz findiger und creativer Kopf!!

Ein weiteres wunderschönen Detail ist der Ablasshahn!

Die Kaminkrone.

Die Herdfüße, toll ausgeführte Handwerksarbeit.

 

 

 

Ein Berliner Pfrommerherd:

(Einen lieben Gruß nach Berlin und nochmals danke!!)

 

Vor ein paar Wochen bekam ich eine sehr interessante mail. Eine -original Ton- halbherzige Sammlerin von Teddybären und Blechspielzeug hat mir Bilder eines traumhaften Kinderherdes geschickt und schrieb, dass sie auf der Suche nach dem Hersteller ihres Herdes auf diese Seite gestossen ist.

Auf Grund der auffälligen Ähnlichkeit und weil auch ihr Herd mit dem Pfrommer Schriftzug versehen ist, konnte sie ihren Herd nun ebenfalls der Stuttgarter Herd- und Ofenfabrik Friedrich Pfrommer zuordnen und ein paar Informationen über den Hersteller bekommen.

Bei diesem Herd, der um ca.1910 den Weg vom Schwabenland nach Preussen gefunden hat und seitdem in Familienbesitz war, handelt es sich um eine Ausführung, die für den Betreib am Stadtgasnetz konstruiert wurde. Emailliert und mit Blumenmalerei dekoriert, ist dieser Herd ganz aussergewöhnlich.

Der Herd misst stattliche 58cm (Breite), 39cm (Tiefe), 68cm (Gesamthöhe)

 

Viel Spass beim Bestaunen des wunderschönen Herdes und Vergleichen der Gemeinsamkeiten der beiden Pfrommers!

Wunderschön sind die vielen Türchen und klappen!

Viel Backröhren, Klappen und Fächer mit Backblehcne und diversen Kuchenformen.

Links oben in der Ecke der Firmenschriftzug.

Ein Thermometer wie beim kleinen Bruder.

Seitlich hinter Türen gibts ein Warmhaltefach.

Die emaillierte Oberfläche mit den hübschen Blümchen im Detail.

Auf der Rückseite der Anschluss für den Wasserspeicher sowie dei Zuleitung für das Gas.

Der ausgebaute Gasbrenner mit Absperrhahn. Oben über die Röhrchen erfolgt die Verteilung der einzelnen Gasflammen.

Blick ins Innere des Herdes: Der eingebaute Gasbrenner.

 

 

03.01.10: Haustöchterchens Pfrommer-Herd

Den meisten Sammlern von Puppenküchen und Zubehör ist der Name Anna Jäger ein Begriff. Frau Dr. Jäger war die Autorin von Kochbüchern, u. a. des bekannten Kinderkochbuches

"Haustöchterchens Kochschule- Für Spiel und Leben". Dieses Kinderkochbuch wurde Ende des 19. Jahrhunderts einigen Modellen von Märklin Herden beigegeben. (Vergleiche Jubiläumsbroschüre Märklin-125 Jahre)

 

Großen Mädchen freuen sich heute noch, wenn sie das Kochbuch als Weihnachtsgabe erhalten und studieren es fleissig. :-))

Bei der Lektüre entdeckte ich auf Seite 183 im Kapitel "von Haustöchterchens Puppenherd und -küche" etwas, das mich erst stutzig, dann im höchsten Maße begeistert hat!!

 

Hier kommen einige Auszüge aus dem Text, damit nachvollzogen werden kann, was diese Begeisterung ausgelöst hat.

 

Am Anfang noch relativ unspektakulär, aber schnell kam mir das Gelesene sehr bekannt vor...

....Seite für Seite werden die typischen Attribute eines Herdes der Firma Pfrommer beschrieben....

 

 

...und die Funktionsweise des ungewöhnlichen Brenners wird genau erklärt....

...bis zur Namensnennung des Herstellers vom ausfühllich beschriebenen und angepriesenen Kocherdes:

Friedrich Pfrommer aus Stuttgart!

Im weiteren Text wird erklärt, wie der Puppenherd auch nach Weihnachten, also wenn die Spielsaison für Puppenküchen eigentlich beendet wäre, weiterhin ohne größeren Aufwand auch ohne großes, sperriges Puppenküchengehäuse, genutzt werden kann.

 

Ist das nicht grandios? Anna Jäger, deren Kochbuch zusammen mit Herden der Firma Märklin verkauft wurde, beführwortet ausdrücklich den Gebrauch von Produkten eines kleinen stuttgartet Ofenherstellers und nicht, wie man doch vermuten könnte, von Herden des Spielzeuggiganten Märklin.

 

Korrigieren muss ich meine anfängliche Vermutung, dass es sich bei dem Herd um ein Einzelstück handelt. Die Firma Prommer scheint in relativ kleiner Serie (denn wie viele dieser Herde bekommt man noch zu sehen?) Kinderkochherde produziert zu haben, die mit der deutlichen Unterstützung von Frau Dr. Jäger durch Erwähnung und Beschreibung in deren Kochbüchern an den Mann (in diesem alle wohl eher die Frau) gebracht wurden.

Neben dem Zusammentragen und Horten von Objekten ist es doch die größste Freude, an neue Erkenntnisse über ein Stück aus der Sammlung zu kommen!

 

 

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